Master Data Management für Produkt- und Kundendaten – viele Wege führen zum Ziel
Während die Probleme schlechter Datenqualität bei Produkt-, Kunden-, Lieferanten- und Partnerdaten vergleichbar sind, unterscheidet sich die Art und Weise der Problemlösung wesentlich, u.a. auch deshalb, da es sich um völlig verschiedene Datenobjekte mit unterschiedlicher Datenstruktur handelt. Hier müssen spezifische Regeln definiert und ihre Ausführung zentral überwacht werden:
- Product Information Management (PIM): Eine zentrale Herausforderung an PIM-Systeme ist der effiziente Abgleich gegen Referenzkataloge. Dabei werden Produktschlüssel wie Hersteller- und Abnehmerschlüssel oder Standardschlüssel wie EAN oder UCC schnell und sicher zugeordnet, ebenso erfolgt der schnelle Abgleich gegen die eignen Produktdatenbank, um die Anlage von Dubletten zu vermeiden.
- Customer Data Integration (CDI): Insbesondere bei größeren Datenbeständen stellt die fehlertolerante Suche und Zuordnung von Kunden-, Interessenten- oder Lieferantendaten im Rahmen von CDI-Systemen eine Herausforderung dar. Dies gilt besonders, wenn die vorliegenden Daten in Form von Namen und Adressen unvollständig, falsch geschrieben oder unterschiedlich abgekürzt sind.
Master Data Management per MDM-Server – die Schaltzentrale für hohe Datenqualität
Eine zentrale Stammdatenverwaltung, die in sämtlichen Business-Applikationen die Datenqualität sichert, erfordert einen dedizierten MDM-Server, der alle benötigten Datenqualitätsfunktionen bereitstellt.
- Die Neuanlage, Änderung oder Löschung von Daten sowie Veränderungen bestimmter Merkmale, die für den Datenaustausch relevant sind (z.B. die Bonität), werden an den MDM-Server übertragen. Dort werden die lokalen Datenformate per Connector in das festgelegte Datenaustauschformat konvertiert und die Datenübertragung initiiert – synchron oder asynchron.
- Der MDM-Server sendet neue Adressen oder Updates nach festgelegten Regeln und mit der lokalen Referenznummer an die jeweiligen Applikationen. Der Connector konvertiert die Daten in das anwendungsspezifische Format und sorgt für die automatische Übernahme der Daten in die lokale Datenbank.
- Datenqualitätsfunktionen, mit denen der Datenbestand gegen aktuelle Referenzdaten abgeglichen werden kann, eignen sich hervorragend zur zentralen Bereitstellung auf dem MDM-Server, z.B. Änderungen von postalischen Adressdaten, Umzugsdaten oder Geo-Informationen.
- Insbesondere bei B2C-Anwendungen reicht eine einfache Dublettenprüfung der Kundendaten oft nicht aus. Hier ist es sinnvoll, automatisch Cluster z.B. auf Haushalts- oder Gebäudeebene zu bilden.