Business Paper

Vom Golden Record zum Golden Profile

Smart Customer MDM / Customer Data Hub

Golden Customer Record vs. Golden Customer Profile

In diesem Beitrag möchte ich mit Ihnen einige Gedanken zum Thema Golden Customer Record vs. Golden Customer Profile teilen. Oft  hört man die Meinung, beides sei das gleiche und es seien nur alternative Bezeichnungen. Dies ist aber nicht richtig. Zwar stehen beide im Zusammenhang mit der 360-Grad-Sicht auf die Kunden beziehungsweise Interessenten, aber sie haben dabei verschiedene Aufgaben.

Lassen Sie mich anhand des obigen technischen Ablaufs die Unterschiede darstellen: 

  • Der Golden Record enthält die konsolidierten und qualitätsgesicherten Kunden- und Interessenten-Stammdaten. Wenn Sie sich bereits mit dem Thema Master Data Management beschäftigt haben, kennen Sie das bereits daher. 
  • Das Golden Profile baut auf dem Golden Record auf und enthält zusätzlich die Transaktions- und Interaktions-Daten.

Das besondere an einem Golden Customer Profile ist nun, dass es die Bewegungsdaten, die aus den einzelnen Subsystemen stammen und oft unterschiedliche Referenz-Nummern haben, mit einer einheitlichen Golden-Record-ID angereichert enthält.

Möglich wird dies durch eine Transformationsfunktion der ursprünglichen Source-ID auf die Golden Record-ID. Wir bei Uniserv machen des mit unserem Customer Data Hub (CDH) indem der darin gebildete Golden Record die damit verknüpften Herkunfts-IDs enthält.

Erst dadurch ist es anschließend möglich, auch mit den Bewegungsdaten die 360-Grad-Sicht auf den Kunden herzustellen.

Die Speicherung der so transformierten Bewegungsdaten beziehungsweise des Golden Profiles erfolgt üblicherweise in einem „klassischen“ Data Warehouse oder in einem speziellen Customer Activity Repository.

Der technische Ablauf oben zeigt ein typisches Anwendungsszenario für die Marketingaufgaben eines Unternehmens.
Interessant ist, dass es auch in ganz anderen Bereichen solche Anwendungen gibt. Das Spitzeninstitut einer großen Bankengruppe führt im Moment gerade ein Projekt mit dem Uniserv Smart Customer MDM ein, das technisch ein sehr ähnliches Szenario abbildet. Dort wird der Customer Data Hub genutzt um Risikodaten eines Kunden, die je nach Herkunft unterschiedliche  Source-IDs haben, zu verdichten und das Gesamtrisiko des Kunden über unterschiedliche Finanzinstitute darzustellen.
Golden Customer Record vs. Golden Customer Profile


Wenn Sie mehr zu dem Thema Digitalisierung und Golden Customer Profile lesen möchten, finden Sie nachfolgend einen Link zu einem vertiefenden Artikel, den Herr Dr. Wolfgang Martin und ich geschrieben haben und der vor kurzem u. A. im isreport  veröffentlicht wurde.


Folgende Punkte möchte ich hier als Zusammenfassung nochmals besonders hervorheben:
 

  • Obwohl sich das Customer Data Management zum überwiegenden Teil mit Stammdaten beschäftigt, gehören zur 360-Grad-Sicht auch eine Lösung für die Bewegungsdaten. 
  • Der Uniserv Customer Data Hub spielt auch bei Bewegungsdaten eine wichtige Rolle, nämlich die Transformation  der Source-ID in die Golden-Record-ID, um das Golden Customer Profile überhaupt erst zu ermöglichen.
  • Bei einem CDH Anwendungsszenario hat die automatische Rücksynchronisation des Golden Record in die Source Systeme für den Business Nutzen oft nicht die höchste Priorität. Da dies in den „historischen“ MDM-Systemen (siehe IT der zwei Geschwindigkeiten) eher untypisch ist, führt dies öfters zu Missverständnissen.
    Uniserv adressiert mit dem Customer Data Hub optional auch Anwendungsszenarien, bei denen eine Rücksynchronisation im ersten Schritt nicht sinnvoll oder überhaupt nicht möglich ist! Der Golden Record an sich sowie die Transformation der Bewegungsdaten ergeben oft den schnelleren beziehungsweise größeren Nutzen.
Roland Pfeiffer Geschäftsführer Uniserv GmbH
R. Pfeiffer