Fachthemen

IT der zwei Geschwindigkeiten

„Agil UND traditionell“ statt „agil ODER traditionell“

Die Bedeutung der IT der zwei Geschwindigkeiten für professionelles Kundendatenmanagement

Roland Pfeiffer, Geschäftsführer Uniserv GmbH

Die zentrale Bedeutung eines 360-Grad-Blicks auf den Kunden für erfolgreiche digitale Vertriebs- und Geschäftsmodelle ist mittlerweile bekannt. Nur wenn es gelingt, sich einen möglichst umfassenden Überblick über die Art und Weise zu verschaffen, wie der Kunde mit dem Unternehmen kommuniziert und interagiert, besteht die Möglichkeit, ihm proaktiv ein individualisiertes Angebot und ein optimal auf seine Anforderungen angepasstes Kundenerlebnis zu bieten. Die Daten, die so ein 360-Grad-Blick erfordert, sind heute in der Regel in den Unternehmen verfügbar. Allerdings stellt die Fülle der Daten, die Notwendigkeit, die Stammdaten kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten und unter einer systemübergreifenden einheitlichen ID zusammenzuführen (Golden Record) und mit Transaktions- und Interaktionsdaten zu synchronisieren und zu aggregieren (Golden Profile), eine besondere Herausforderung an die bestehenden IT-Systeme im Unternehmen.

Bimodale IT: Die IT der zwei Geschwindigkeiten

Traditionelle IT-Systeme verfügen in der Regel nämlich nicht über die Flexibilität und Agilität, die für modernes Kundendatenma­nagement mit Fokus auf den 360-Grad-Blick erforderlich sind, verfügen allerdings über ein hohes Maß an Stabilität und Sicherheit. Experten raten deshalb zu einer neuen, zweigeteilten IT-Strategie. Gartner spricht in diesem Zusammenhang von einer “bimodalen IT” und versteht darunter nach eigenen Angaben die Strategie, zwei zwar unterschiedliche, aber kohärente Arten der IT-Bereitstellung im Unternehmen umzusetzen, bei denen erstere sich auf traditionelle, stabile und sichere IT-Systeme konzentriert, während der Fokus der letzteren auf Agilität und Geschwindigkeit liegt.

Für den Bereich Kundendatenmanagement bedeutet dies, dass Unternehmen, wenn sie damit beginnen, den 360-Grad-Blick auf ihre Kunden zu erstellen, auf einen agilen Ansatz und die entsprechenden agilen und schnell einsatzbereiten Werkzeuge und Projektmethoden setzen sollten. Mit der fortlaufenden Optimierung des Kundendatenmanagements ist es dann aber ratsam, diese Systeme in einem stabilen und sicheren Modus zu überführen. Denn in der Regel handelt es sich ab diesem Zeitpunkt dann auch um unternehmenskritische Anwendungen, deren Verfügbarkeit unbedingt gewährleistet sein muss. Darüber hinaus ist dann auch eine Integration dieser neuen Anwendungen mit traditionellen Systemen erforderlich.

Hindernisse bei der Kundendatenmanagement-Optimierung

Bimodale IT im Kundendatenmanagement: „Quick Wins“ für mehr Aufmerksamkeit

Roland Pfeiffer Geschäftsführer Uniserv GmbH
R. Pfeiffer

In der Trendstudie Kundendatenmanagement 2016 nannten die Teilnehmer als eine der größten Hürden für die Optimierung des Kundendatenmanagements, dass die Bedeutung des Themas allgemein im eigenen Unternehmen noch unterschätzt wird. Eine IT der zwei Geschwindigkeiten kann dabei helfen, diese Einschätzung zu verändern. Dank agiler Technologien und Methoden können nämlich in der Regel rasch „Hot Spot“-Projekte initiiert werden, mit denen unter Umständen innerhalb kurzer Zeit „Quick Wins“ erzielt werden können. Dies führt dann dazu, dass die Aufmerksamkeit im Unternehmen steigt und ein höheres Engagement – auch von Entscheider-Ebene – eingefordert werden kann.

Innovative 2016: Focus Customer Data, 7. Juni 2016, Frankfurt

Wenn Sie sich anhand konkreter Praxisbeispiele über die IT der zwei Geschwindigkeiten informieren möchten, ist die Innovative 2016 eigentlich für Sie ein „Pflichttermin“.

Die Fachveranstaltung findet am 7. Juni 2016 in Frankfurt/Main statt. Unter dem Motto “Kundendaten sind der Treibstoff für die digitale Transformation” bietet das zweijährlich stattfindende Uniserv-Trendforum rund um das Thema Kundendatenmanagement eine interessante Auswahl aus Expertenvorträgen und Best Practices aus unterschiedlichen Branchen, die zeigen, wie Unternehmen sich derzeit „digital-ready“ machen und welche Rolle dabei ein professionelles Kundendatenmanagement spielt.