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Dr.-Ing. Alexander Wert gewinnt Uniserv-Forschungspreis 2016 am KIT

Preisträger überzeugt mit seiner Dissertation zur automatischen Analyse der Ursachen von Performanz-Problemen von Software-Anwendungen

Pforzheim, 12. Juli 2016 – Im Rahmen des Tags der Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verlieh die Uniserv GmbH, Experte für Customer Datenmanagement-Lösungen, am 08. Juli 2016 erneut den Forschungspreis für Dissertationen auf dem Gebiet „Algorithmen für effiziente Datenverarbeitung“. In diesem Jahr wurde Dr.-Ing Alexander Wert mit seiner Dissertation „Performance Problem Diagnostics by System Experimentation“ gewürdigt.

Die Performance von Software-Anwendungen ist ein essentieller Wettbewerbsfaktor für Software-Anbieter, da es ein Qualitätsmerkmal ist, welches für den Kunden direkt sichtbar und „fühlbar“ ist. Bei Software-Diensten im Internet (SaaS), deren wirtschaftliche Bedeutung ja seit Jahren stark zunehmend ist, bewirkt eine schlechte Performance schnell den Wechsel der Kunden zu konkurrierenden Diensten die oft nur wenige Klicks entfernt sind. Entscheidend ist es, Performance-Probleme in einer möglichst frühen Phase der Entwicklung zu finden und zu beseitigen, denn die Kosten für eine Beseitigung wachsen von Phase zu Phase um fast eine Größenordnung an. Wenn dies also nicht schon systematisch beim Entwurf geschieht, dann sollte zumindest in der Testphase des Software-Entwicklungsprozesses sichergestellt sein, dass Performance-Probleme identifiziert und entfernt werden, bevor sie die Phase des Produktivbetriebs erreichen.

Dr. Heiko Papenfuß, fachlicher Leiter SaaS Operations bei Uniserv, zur Dissertation des Preisträgers: „Herr Wert widmet sich in seiner Arbeit der Aufgabe, Verfahren zur automatischen Identifikation von Ursachen von Performanz-Problemen zu erforschen. Dazu stellt er einen Ansatz vor, der systematisch Hypothesen durch automatisch aufgesetzte Experimente testet und so die Ursachen nach und nach eingrenzt. Herr Wert erarbeitete dabei eine ganz neue Taxonomie von Ursachen von Performanz-Problemen. Herausragend ist dabei die Fundiertheit und Erweiterbarkeit dieses Konzepts und die Tatsache, dass sich das von Herrn Wert entwickelte Verfahren weitgehend automatisieren lässt – für die Praxis ein enormer Vorteil!“

Uniserv, Experte für Customer Datenmanagement-Lösungen, stiftet Forschungspreis 2016 am KIT
Uniserv, Experte für Customer Datenmanagement-Lösungen, stiftet Forschungspreis 2016 am KIT

Das Konzept wurde von Herrn Wert empirisch mit drei Fallstudien validiert, einer empirischen Studie mit Nutzern und einer Ende-zu-Ende-Validierung des Ansatzes. Die drei Fallstudien variierten dabei über die Ausführungsumgebung und die Größe des Systems, nämlich zwei mittelgroße Open-Source-Systeme vs. ein großes System aus der industriellen Praxis. Geprüft wurde dabei, ob die Klassifikation und die Heuristiken tatsächlich zu den Ursachen relevanter Performanz-Probleme führen. Dies kann positiv beantwortet werden, es sei denn, ein Performanz-Problem überdeckt ein anderes, was wiederum ein valides und nützliches Ergebnis ist. Die Ende-zu-Ende Validierung des Ansatzes zur automatischen Experimentation erfolgt über eine selbst erstellte Fallstudie, die allerdings dadurch mit einer hohen internen Validität aufwarten kann. In einer empirischen Nutzerstudie belegte Herr Wert schließlich zusätzlich die Anwendbarkeit in realen Einsatzszenarien.

Heiko Papenfuß fasst zusammen: „Insgesamt stellt die Arbeit von Herrn Wert einen sehr wichtigen und höchst innovativen Beitrag zur automatischen Analyse der Ursachen von Performanz-Problemen dar. Kein Ansatz vor ihm hat einen derartigen Automatisierungsgrad erreicht oder wäre auch nur annähernd so umfangreich validiert. Hinzu kommt, dass das Verfahren überhaupt erst die Machbarkeit der Automatisierung zeigt und auch noch sehr flexibel anpassbar ist. Dennoch ist es bereits jetzt schon für einen sehr umfangreichen Teil realer Performanz-Probleme und Systeme einsetzbar. Dr. Wert mit dem Uniserv Forschungspreis ‚Algorithmen für effiziente Datenverarbeitung‘ auszuzeichnen war Uniserv und mir persönlich daher eine große Freude.“