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Künstliche Intelligenz im Verlagswesen

Künstliche Intelligenz im Verlagswesen

Sarah Dambacher
Account- & Partnermanagement 
Uniserv GmbH

Die Grundvoraussetzung für die Umsetzung von KI im Verlagswesen ist die Verfügbarkeit und Qualität der Daten. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, die dazu benötigten Informationen aus überwiegend heterogenen und inkompatiblen Systemlandschaften und Datentöpfen zusammenzuführen. Daten im Verlagswesen sind beispielsweise KPI’s, Rezensionen, Abozahlen, Kündigungen, Metadaten etc. Dieser Prozess nimmt für relationale Datenbanken sehr viel Zeit in Anspruch, was auch kostenintensiv ist.

Sogenannte NoSQL Datenbanken sind derweil die Alternative, da sie die Möglichkeit bieten, die gesamten Daten schnell und nutzerfreundlich in ein System zu überführen und abzubilden. 

Wie kann KI im Verlagswesen genutzt werden? Selbst Lektoren erzeugen - oft unbewusst - eine Art „Verkehrsdaten“, indem sie Manuskripte lesen, bewerten und zur Weiterbearbeitung sortieren. Da KI auch hier individuelles Verhalten imitieren kann, ist es dadurch möglich Lektoren zu entlasten. Wie? Mithilfe von KI ist es denkbar Manuskripte vor zu sortieren in Bezug auf ihre Kompatibilität zu dem jeweiligen Verlagsprogramm. 

Die Menge an Daten aus den unterschiedlichen Datenbanken zu sichten ist eine enorme Herausforderung. Ein KI-Lösungsansatz ist Immersive Data, dies bedeutet, die Visualisierung der Datenströme mithilfe von Virtual oder Augmented Reality um diese handhabbar zu machen. 

Die virtuelle Realität, kurz VR, ist eine Technologie, die das Geschichtenerzählen in Zukunft revolutionieren könnte. Sie ermöglicht das Eintauchen in die virtuelle Welt und verbindet so Literatur, Film und Spiel. Diese Entwicklung steht noch am Beginn, doch die Verlagsbranche experimentiert bereits – mit eindrucksvollen Ergebnissen.

„Der chinesisch-britische Verlag Design Media entwickelt eine Kombination aus analogem Buch und interaktiven Sequenzen, die sich mithilfe einer Virtual-Reality-Brille und einer App erleben lassen.“

Die Zukunft für KI hat begonnen. Auch für Verlage. Was passiert gerade und welche Branchen sind bereits in KI unterwegs?

Internetriesen wie Amazon machen dem stationären Handel das Leben schwer. Künstliche Intelligenz kann helfen, Nachteil auszugleichen und individuelle Einkaufserlebnisse zu schaffen. Erst kürzlich testete der Internetriese in den USA einen stationären Supermarkt - zwar ohne Kassen, doch dafür mit intelligenten Sensoren und Deep-Learning-Algorithmen ausgestattet. Den Kunden soll ein stressfreies Einkaufserlebnis ohne langes Anstehen geschaffen werden. Dabei werden wichtige Daten über den Einkauf und das Einkaufsverhalten gesammelt.

Zeiten, in denen Energieversorger reine Stromproduzenten waren, sind vorbei. Die neuesten technologischen Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Grenzen zwischen Produzent und Konsument verschwimmen. Endkunden und Unternehmen, die Energie verbrauchen, produzieren gleichzeitig auch selbst Energie. Sie werden zu sogenannten Prosumern. Durch diesen Trend wird es für Energielieferanten schwieriger abzuschätzen, wann Prosumer Strom aus dem Netz beziehen und wann sie diesen einspeisen – zum Beispiel über Solar-Panels oder Blockheizkraftwerke.