Data Quality 01.11.2023
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Erfolgreich in S/4HANA starten: saubere Kundendaten und ein integriertes CRM als Schlüssel zum Erfolg

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Gastbeitrag von Michael Stump,
Geschäftsführer itmx

Die Migration auf SAP S/4HANA gehört für viele Unternehmen zu den wichtigsten Transformationsprojekten der kommenden Jahre. 


Häufig stehen dabei technische Fragestellungen im Mittelpunkt – Systemarchitektur, Custom Code oder neue Prozesse. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Entscheidend für den Projekterfolg sind nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Qualität der Kundendaten und – als weiterer zentraler Baustein – ein nahtlos integrierter CRM-Prozess. 

Unternehmen, die diese beiden Faktoren frühzeitig adressieren, schaffen die Basis für mehr Effizienz, schnellere Projektlaufzeiten, stabile End-to-End-Prozesse und eine Customer Experience, die den Geschäftserfolg nachhaltig stärkt. Wer ihre Bedeutung hingegen unterschätzt, riskiert Verzögerungen, kostspielige Nacharbeiten und enttäuschte Anwender. 
 

Warum Datenqualität in der S/4HANA-Welt erfolgskritisch ist 

 
Daten sind das Herzstück jedes SAP-Systems. Und zugleich einer der größten Risikofaktoren in Transformationsprojekten. Über Jahre gewachsene Kundendatenbestände enthalten häufig Dubletten, veraltete Informationen, uneinheitliche Strukturen oder historisch gewachsene Sonderlogiken. 

In der S/4HANA-Welt wirken sich solche Schwachstellen stärker aus als im alten ECC-System. Moderne End-to-End-Prozesse, Echtzeit-Analysen und Automatisierung funktionieren nur dann zuverlässig, wenn die zugrunde liegenden Daten konsistent, aktuell und sauber strukturiert sind. 

Deshalb sollten Unternehmen frühzeitig mit Datenbereinigung und -harmonisierung starten. Klare Regeln für Dubletten, Pflichtfelder und Datenpflege sowie ein durchdachtes Migrations- und Mapping-Konzept sind entscheidend, um Projektrisiken, Verzögerungen und unnötige Kosten zu vermeiden. 

Das Zielbild moderner S/4HANA-Architekturen ist ein eindeutig definierter, zentraler Kundendatensatz als Single Source of Truth. Diese einheitliche Kundensicht ist die Basis für Automatisierung, fundierte Analysen und eine konsistente Kundenansprache über alle Kanäle hinweg. 
 

Warum CRM in jeder S/4HANA‑Transformation neu gedacht werden muss 


Ein weiterer Aspekt, der im Rahmen einer S/4‑Conversion unbedingt mitgedacht werden sollte, ist das Thema Customer Management. Denn die frühere Trennung zwischen ERP und CRM verliert zunehmend an Bedeutung. Um heute erfolgreich zu sein, bedarf es einer durchgängigen Steuerung aller Kundenprozesse auf Basis einer zentralen Datenplattform. Das verlangt eine durchgängige, integrierte Steuerung über eine zentrale Datenplattform hinweg. 

Zudem läuft die Wartung der klassischen SAP‑CRM‑Systeme aus, was Anwender dieser Lösungen zwingt, ihre CRM‑Landschaften zu modernisieren und an die neue Architektur anzupassen. Hinzu kommt, dass in der Praxis viele CRM‑Systeme auch heute noch getrennt vom ERP agieren und dadurch Integrations‑ und Stammdatenprobleme verursachen, die im Zuge der Migration deutlich sichtbarer und problematischer werden.  

Dadurch entstehen während der Migration auf SAP S/4HANA automatisch technische, prozessuale und strategische Anforderungen, die eine Neubewertung des CRM nahezu unvermeidlich machen. 
 

1. SAP CRM (On-Premise) läuft aus und zwingt Anwender zur Modernisierung 

Mit dem bevorstehenden Wartungsende der SAP Business Suite – einschließlich SAP CRM – steht fest: Unternehmen können ihre bestehenden CRM‑Systeme nicht einfach unverändert weiterbetreiben. Daher wird die Modernisierung der CRM‑ und CX‑Landschaften unvermeidlich und zu einem strategischen Baustein jeder S/4‑Zielarchitektur.  

 

2. Neue Daten- und Prozesslogik in S/4HANA erfordert ein Umdenken im CRM 

S/4HANA führt mit dem Business Partner ein einheitliches, konsolidiertes Stammdatenmodell ein. Viele bestehende CRM‑Systeme arbeiten jedoch mit eigenen, historisch gewachsenen Strukturen für Kunden, Kontakte oder Adressen. Solange CRM und ERP getrennt laufen, fällt dieser Unterschied kaum auf – spätestens im Rahmen der S/4‑Transformation jedoch entsteht der Anspruch, Kundenprozesse integriert und End‑to‑End abzubilden. 

Genau dann prallen die verschiedenen Datenmodelle aufeinander: Dubletten, Inkonsistenzen und unterschiedliche Datenlogiken werden sichtbar und verhindern eine nahtlose Prozessintegration. 

Eine Neubewertung des CRM ist daher notwendig, um die neue S/4‑Architektur und das zentrale Business‑Partner‑Modell sinnvoll zu unterstützen. 

 

3. Höhere Integrationsanforderungen machen Insellösungen unhaltbar 

Moderne Kundenprozesse verlangen End‑to‑End‑Transparenz: Lieferstatus, Verfügbarkeiten, Preise, Installationsdaten und Serviceinformationen müssen nahtlos zwischen CRM und S/4HANA laufen. Eine reine Datensynchronisation reicht hier allerdings nicht aus – fachliche Regeln wie Verfügbarkeit, Steuerlogik oder Kreditlimit müssen dort ausgeführt werden, wo sie hingehören: häufig in S/4HANA. 

Gleichzeitig steigt mit der zunehmenden Nutzung von KI‑gestützten Automatisierungen der Anspruch an eine durchgängige, verlässliche Datenbasis. Ob KI‑gestütztes Lead‑Scoring, automatisierte Serviceprozesse, intelligente Next‑Best‑Action‑Vorschläge oder Workflows in Vertrieb und Service – all das funktioniert nur, wenn CRM und ERP sauber integriert sind und auf einer gemeinsamen Kundendatenwahrheit arbeiten. 

Dadurch wird klar: Ein integriertes CRM ist nicht „nice to have“, sondern die zentrale Voraussetzung für stabile, effiziente und zunehmend KI‑unterstützte End‑to‑End‑Kundenprozesse. 

S/4HANA‑Erfolg: Darauf kommt es wirklich an 


Die technologische Migration auf SAP S/4HANA ist wichtig – aber sie ist nur der sichtbare Teil des Projekts. Wirklich erfolgreich werden Unternehmen dann, wenn sie zwei strategische Grundlagen von Anfang an mitdenken: 
 

1. Kundendaten als strategisches Asset begreifen 

Saubere, konsistente und harmonisierte Stammdaten sind die Basis für jede erfolgreiche Transformation. Datenqualität ist kein IT‑Thema, sondern ein geschäftskritischer Erfolgsfaktor – für Automatisierung, Prozessstabilität und jede Form datengetriebener Entscheidung. 
 

2. Customer Management integriert denken – nicht als Insellösung 

Erst wenn CRM, ERP und Serviceprozesse nahtlos miteinander verzahnt sind, entsteht eine echte 360°‑Kundensicht. Sie bildet die Grundlage für effiziente End‑to‑End‑Prozesse, KI‑gestützte Automatisierungen und eine konsistente Customer Experience über alle Touchpoints hinweg. 

Wer Datenqualität und integriertes Customer Management konsequent adressiert, legt den Grundstein für ein effizientes, stabiles und dauerhaft erfolgreiches S/4HANA‑Projekt – weit über den Go-live hinaus. 
 

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