Master Data Management | Use Cases 05.08.2026
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FIDA: Wenn Daten zum Wettbewerbsfaktor werden

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Schmale Axel,
Senior Account Manager

Mit der Financial Data Access Regulation (FIDA) schafft die Europäische Union den regulatorischen Rahmen für Open Finance

Versicherungsunternehmen werden künftig verpflichtet sein, bestimmte Kundendaten nach Zustimmung des Kunden über standardisierte Schnittstellen bereitzustellen. Ziel ist es, den Datenaustausch im Finanz- und Versicherungssektor zu vereinfachen und die Kontrolle der Kunden über ihre Daten zu stärken.  

Für Versicherer rückt damit eine zentrale Frage in den Fokus: Sind Kundendaten über Produkte, Sparten und Systeme hinweg vollständig, konsistent und eindeutig verfügbar? Denn die technische Bereitstellung von Daten setzt voraus, dass diese zuvor korrekt identifiziert, zusammengeführt und verwaltet werden. FIDA wird damit nicht nur zu einem Compliance-Thema, sondern auch zu einem Prüfstein für das Datenmanagement der Versicherungswirtschaft.  

Die Versicherungsbranche kennt Regulierung. Solvency II, DORA, DSGVO – jede neue Vorgabe bringt Aufwand. Doch die kommende Financial Data Access Regulation (FIDA) könnte mehr verändern als viele andere Regulierungsvorhaben zuvor. Denn FIDA betrifft nicht nur Prozesse oder Compliance. FIDA betrifft den Rohstoff der Versicherungswirtschaft: Kundendaten. Die zentrale Frage lautet: Kann ein Versicherer die Daten seiner Kunden vollständig, korrekt, aktuell und auf Anfrage in strukturierter Form bereitstellen? Für viele Häuser ist das schwieriger als es klingt.

„Die Qualität Ihrer Kundendaten entscheidet darüber, ob FIDA zu einer kostspieligen Compliance-Pflicht oder zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil wird.“

Axel Schmale, Senior Account Manager bei Uniserv

Warum verlangt FIDA mehr als neue Schnittstellen?


FIDA erweitert das Prinzip des Open Banking auf die gesamte Finanzbranche. Versicherer müssen definierte Kundendaten künftig über standardisierte Schnittstellen autorisierten Dritten bereitstellen – selbstverständlich nur nach Zustimmung des Kunden. Gleichzeitig erhalten Kunden die Möglichkeit, Freigaben über digitale Dashboards zu kontrollieren und jederzeit zu widerrufen.

Technisch wird häufig über APIs gesprochen. Doch APIs sind nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Denn bevor Daten nach außen fließen können, müssen sie im Unternehmen überhaupt vorhanden, auffindbar und verlässlich sein. Genau hier beginnt für viele Versicherer die eigentliche Herausforderung.
 

Warum gelten Datensilos als das ungelöste Erbe der Versicherungsbranche?


Historisch gewachsene Versicherungslandschaften sind selten homogen. Das Spartentrennungsprinzip hat über Jahrzehnte dazu geführt, dass Lebens-, Kranken- und Sachversicherungen häufig in rechtlich eigenständigen Gesellschaften organisiert wurden. Parallel entstanden unterschiedliche Bestandssysteme, Datenbanken und Prozesse.

Die Folge: In den Datensilos erscheint ein Kunde oft mehrfach in verschiedenen Systemen. Mal mit leicht abweichender Schreibweise, mal mit unterschiedlichen Adressen oder unvollständigen Informationen. Ein konzernweiter Blick auf den Kunden fehlt häufig.

Für FIDA ist genau das ein Problem. Denn der Datenaustausch soll nicht auf Ebene einzelner Policen erfolgen, sondern aus Kundensicht. Gibt ein Versicherter seine Zustimmung, müssen die relevanten Daten konsistent und vollständig bereitgestellt werden können. Anders geht es nicht.
 

Warum werden schlechte Daten zur Compliance-Frage?


Bisher waren fehlerhafte Kundendaten häufig ein internes Effizienzproblem. Unter FIDA werden sie zu einem regulatorischen Risiko.

Wenn Dubletten entstehen, Kundendaten veraltet sind oder Verträge nicht eindeutig zugeordnet werden können, drohen gleich mehrere Konsequenzen:
 

  • Unvollständige oder fehlerhafte Datenbereitstellung gegenüber autorisierten Dritten
  • Erhöhter manueller Aufwand bei Datenauskünften
  • Compliance- und Reputationsrisiken
  • Fehlentscheidungen in automatisierten Prozessen
  • Eingeschränkte Nutzbarkeit von KI- und Analytics-Anwendungen


In vielen Fällen fehlt die Möglichkeit, Kunden- und Partnerdaten fehlerfrei zu bereinigen und eindeutigen Identitäten zuzuordnen. Ohne diese Grundlage lässt sich weder ein belastbarer Golden Record noch eine zuverlässige FIDA-Architektur etablieren.

Das bekannte Prinzip „Garbage In, Garbage Out“ erhält damit eine neue Dimension. Wer schlechte Daten in seine Systeme einspeist, liefert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schlechte Daten an Partner, Plattformen und Kunden aus.
 

Warum FIDA und KI denselben Erfolgsfaktor haben
 

Viele Versicherer investieren derzeit massiv in Künstliche Intelligenz. Schadenbearbeitung, Kundenservice, Betrugserkennung und Next-Best-Action-Szenarien gelten als zentrale Zukunftsfelder. Insbesondere KI benötigt eine zuverlässige Datengrundlage.

Mangelhafte Datenqualität gilt als eines der größten Hindernisse für datengetriebene Entscheidungen. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Projekte, dass KI-Initiativen häufig nicht an den Algorithmen scheitern, sondern an inkonsistenten Datenbeständen und isolierten Datensilos.

FIDA verschärft diesen Zusammenhang zusätzlich. Wer seine Daten für Open-Finance-Ökosysteme bereitstellen muss, schafft damit zugleich die Voraussetzung für leistungsfähige KI-Anwendungen.
 

Was sollten Versicherer jetzt tun


Der größte Fehler wäre zu warten, bis die endgültigen FIDA-Fristen greifen. Stattdessen sollten Versicherer die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Datenlandschaft systematisch vorzubereiten. Dazu gehören insbesondere folgende Schritte:
 

1. Transparenz schaffen

Welche Kundeninformationen liegen in welchen Systemen? Wo existieren Medienbrüche, Dubletten oder widersprüchliche Datenbestände? Welche Daten sind veraltet oder vielleicht unvollständig?
 

2. Kundenidentitäten zusammenführen 

Ein zuverlässiger Single Customer View wird zur zentralen Voraussetzung für FIDA, Analytics und KI. Die Zusammenführung von Daten funktioniert allerdings nur, wenn die Daten in verlässlicher Form vorliegen.
 

3. Datenqualität dauerhaft sichern 

Datenqualität darf kein einmaliges Projekt sein. Benötigt werden automatisierte Prozesse zur Validierung, Dublettenprüfung und laufenden Datenpflege. Das ist wie Rudern gegen den Strom. Wer aufhört, treibt zurück.
 

4. Datenschutz und Rollenmodelle berücksichtigen 

Gerade in Versicherungskonzernen müssen Berechtigungs- und Zugriffskonzepte sauber umgesetzt werden. Die gemeinsame Nutzung von Stammdaten ist möglich, sensible Informationen unterliegen jedoch strengen gesetzlichen Anforderungen.
 

Warum hochwertige Daten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird


FIDA wird oft als regulatorisches IT-Projekt betrachtet. Tatsächlich geht es um deutlich mehr. Wer seine Daten beherrscht, schafft die Grundlage für eine bessere Customer Experience, effizientere Prozesse, belastbare Analysen und neue digitale Geschäftsmodelle. Wer seine Daten nicht beherrscht, wird Schwierigkeiten haben, die Anforderungen von FIDA wirtschaftlich umzusetzen. Genau hier setzt Uniserv an.

Mit Lösungen für Customer Data Management unterstützt Uniserv Versicherer dabei, verlässliche Kundendaten aufzubauen und dauerhaft zu sichern. Durch die Konsolidierung verteilter Datenbestände, die Bildung eines Golden Records und automatisierte Data-Quality-Prozesse entstehen belastbare Grundlagen für FIDA, KI und datengetriebene Kundenprozesse. Insofern kann FIDA der Trigger sein, um das Thema Datenqualität genau jetzt strategisch anzugehen und als Chance auf Verbesserungen zu begreifen.

FIDA wird kommen. Die entscheidende Frage lautet nicht, wann die ersten APIs produktiv gehen. Die entscheidende Frage lautet, ob die Daten dahinter stimmen. Denn Open Finance braucht offene Daten – aber vor allem richtige Daten. 

Jetzt handeln statt später nacharbeiten


Die Qualität Ihrer Kundendaten entscheidet darüber, ob FIDA zur Pflichtübung oder zum Wettbewerbsvorteil wird.
 

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Häufig gestellte Fragen zu FIDA für Versicherer, die über die Grundlagen hinausgehen

Ja. Kunden können ihre Versicherungsdaten künftig einfacher für Vergleichs-, Beratungs- oder Wechselservices freigeben. Dadurch sinken Informationsbarrieren und Versicherungsangebote werden transparenter vergleichbar. Für Versicherer wird die Bindung bestehender Kunden wichtiger als je zuvor.  

FIDA verfolgt nicht direkt das Ziel eines Versicherungswechsels. Trotzdem kann der einfachere Datenzugriff die Wechselbereitschaft fördern, weil Kunden ihre Vertragsinformationen leichter für Beratungs- und Vergleichszwecke bereitstellen können.  

Neben IT und Compliance betrifft FIDA insbesondere: 

  • Kundenservice 

  • Vertrieb 

  • CRM 

  • Marketing 

  • Data & Analytics 

  • Partnermanagement 

  • Datenschutz 

  • Produktmanagement 

Denn künftig müssen Daten nicht nur bereitgestellt, sondern auch konsistent, nachvollziehbar und kundenorientiert verwaltet werden.  

Ja. Versicherer werden nicht nur Dateninhaber sein, sondern können selbst als Datennutzer auftreten. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für personalisierte Produkte, ganzheitliche Kundenberatung und datenbasierte Ökosysteme. Versicherer könnten damit ihre eigene Rolle im Open-Finance-Umfeld erweitern.  

Nein. Die aktuellen Marktansätze gehen überwiegend davon aus, bestehende Bestandsführungssysteme über Integrationsschichten, Middleware oder virtuelle Kundenverzeichnisse anzubinden. Eine vollständige Kernsystemablösung wird nicht als zwingende Voraussetzung beschrieben. Wenn allerdings Kernsysteme technisch nicht mehr aktuell sind, kann FIDA auch eine Chance sein, veraltete Kernsysteme abzulösen. 

Dann wird die korrekte Zuordnung von Verträgen, Berechtigungen und Datenfreigaben erschwert. Gerade unter FIDA gewinnt die eindeutige Identifikation von Personen und Unternehmen erheblich an Bedeutung. Dubletten können die Qualität einer kundenzentrierten Datensicht beeinträchtigen.  

Beides. Die technische Umsetzung erfolgt zwar primär in der IT. Der eigentliche Nutzen entsteht jedoch in Vertrieb, Kundenservice, CRM, Analytics und Produktmanagement. Erfolgreiche Versicherer werden FIDA deshalb nicht nur als regulatorische Pflicht, sondern als Transformationsprogramm für datengetriebene Kundenprozesse verstehen.

“Können wir auf Knopfdruck alle Verträge, Interaktionen und Stammdaten eines Kunden über alle Systeme, Sparten und Konzerngesellschaften hinweg korrekt zusammenführen?”

Wenn diese Frage nicht eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden kann, besteht meist bereits heute Handlungsbedarf – unabhängig davon, wann die endgültigen FIDA-Fristen in Kraft treten 

Wir sind für Sie da.

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